Smart City … Strategie- und Stadtentwicklung (05)

Teil 1 Smart City Digitaler Wandel im urbanen Umfeld
Teil 2 Stadtentwicklung Smart City Berlin / Brandenburg
Teil 3 Urbane Herausforderungen … Smart City
Teil 4 Smart City … Urbane Nutzungsszenarien / Konzepte
Teil 5 Recht auf Stadt und Recht auf Beteiligung?
Teil 6 Menschliches Handeln: Lösungsansätze / Digitale Transformation

Stadtentwicklung Smart City … Recht auf Stadt und Recht auf Beteiligung?

Aktiv oder passiv an der Wahl zu Bezirks- und Stadtparlamenten teilzunehmen ist zumindest der erwachsenen Bevölkerung schon heute verbrieftes Recht. Doch darüber hinaus? Natürlich kann man sich in das öffentliche Leben einbringen und auf Graswurzelebene mitbestimmen oder sozial aktiv werden! Auch kann jede*r für Ordnung und Sauberkeit und Freundlichkeit sorgen. Alles nicht schwer und erwünscht. Darüber hinaus gibt es viele kostenfreie oder geförderte Angebote in unterschiedlicher Qualität, die man tagtäglich nutzen kann oder auch muss. … von Museen bis zur Suppenküche, von Kinderbetreuung bis hin zum Theatersommer. … von der Verkehrsampel bis hin zum Verkehrsstau. Was entsteht daraus, wenn die datentechnische Vernetzung flächendeckend dieses als Daten erfasst und bereithält?

Gewinnbringende Sozial- und Geschäftsmodelle

Smart City wird zum ‚Terabyte großen‘ Pool an Daten – eine Redundanzmaschine, die Daten immerzu und im Überfluss produziert. Wem sollen sie gehören und wer darf sie verarbeiten? Sind es Staat oder öffentliche Verwaltung, ein genossenschaftliches Stadtwerk oder ein privatwirtschaftlicher Monopolist – wer ist oder wird legitimiert? Gewinnbringende Sozial- und Geschäftsmodelle kann ich mir viele vorstellen! Doch es bleiben einige Fragen offen, bzw. wie wird dabei mit dem Wissen umgegangen, dass viele stadtpolitische Themen aus dem Blick verloren gehen? Das trifft beispielsweise zu, für: Integration, Mitbestimmung, Angst, Vereinsamung, Chancenungleichheit, Obdachlosigkeit, Gentrifizierung, Rollstuhlfahren, Leben im hohen Alter? Diese Aktivitäten, Themen und Gruppen treten in den Datenströmen nur marginal auf und können im ‚Rauschen‘ untergehen.

Für mich ergeben sich einige Fragen, die ich in Moderationen mit Unternehmen, Verbänden Ämtern und Organisationen sehr unterschiedlich diskutiert höre. Ja, es sind unterschiedliche Wege und Herangehensweisen möglich. Letztendlich kristallisieren sich zwei Bestrebungen heraus: Das gewinnorientierte Business sowie die Chancengleichheit durch Teilhabe und Barrierefreiheit. Die Aufgabe der Stadtentwicklung zur Smart City ist es, beides sozial verträglich in Einklang zu halten, oder? 

Stadtentwicklung Smart City … Verlust der Anonymität?

Darf man das neue Gebilde überhaupt noch als ‚Urbanität‘ bezeichnen, wenn Daten zwar frei flottieren, die Menschen, die sie produzieren aber dabei überwacht werden? Gehört zu den konstitutiven Elementen einer Stadt nicht auch die grenzenlose Freiheit durch Anonymität? Oder entstehen Privatstädte die durch den guten Willen von Konzernen abhängig gemacht sind – wie etwa im abgebrochenen Projekt „Sidewalk Toronto“? Kann und muss man sich davon freikaufen?

Entscheidungen über Zugang und Kosten

Ganz gleich, jede Aktivität – Rollentreppen- und Fahrstuhlnutzung, Privat- und Taxifahrten, Kultur- und Restaurantbesuche, Fußgängerwegübertritte, Supermarkteinkäufe – überall lassen sich Regelmäßigkeiten ableiten, die dann als Berechnungsgrundlage für weitere Simulationen bereitstehen. Anonyme oder bekannte Datenpunkte produzieren jeden Tag genaue Aktionsprozesse und Bewegungs-Vektoren. Aus den Daten entsteht ein rein mathematisches Stadtbild – ein digitaler Zwilling. Diese Simulationen können zur Qualitätsänderung genauso wie zur Erstellung von Businessmodelle dienen. Wer trifft die Entscheidungen über Zugang und Kosten?

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