Ja. Nein! Vielleicht? Über die Notwendigkeit Entscheidungen zu treffen.

Entscheidungen treffen ist eine Notwendigkeit

Entscheidungen treffen – Von der Entscheidungsfindung zum Erfolg
Entscheidungen treffen

Alle Entscheidungen folgen einem festen Schema. Nur wenn es klar formulierte Aufgabenstellungen und erkennbare Ziele gibt, werden sie auch die Qualität der Arbeit in der Umsetzung erreichen, die benötigt werden um Erfolg zu generieren. Entscheidungen müssen weder populär sein noch müssen sie allen schmecken. Bevor ich aber in eine ausführliche Beschreibung, die theoretische Grundlagen und meine Praxiserfahrung als Moderator und Coach widerspiegeln, hier das Wesentliche in aller Kürze.

  • Entscheidung müssen Zielführende sein, daher bedarf es
    • Klarheit in der Fragestellung 
    • Die Entscheidung dient der Erreichung des Ziels
    • Alternative Lösungsansätze sind vorhanden
    • Personen, Ressourcen, Zeit und Budget sind geplant
  • Nach der Entscheidung erfolgt die Umsetzung
    • Beschluss und Ziel werden bekanntgeben 
    • Entscheidung führt zur Ableitung konkreter Aufgaben
    • Aufgaben haben Termin, Verantwortliche*n und sind realistisch 
    • Aufgaben werden kommuniziert und Erfüllung kontrolliert
  • Erfolg oder Nachsteuern 
    • Monitoring von zuvor definierten Parametern
    • Berichtswesen mit regelmäßigen Terminen
    • Konsequentes Nachsteuern bei abweichenden Ergebnissen
    • Auswertung am Ende des Prozesses

Entscheidungen treffen bedeutet Verantwortung übernehmen

Immer werden sich Inhaber*innen und Führungskräfte fragen müssen: Können sie klare Entscheidungen treffen? Gibt es ausreichend alternative Lösungsvorschläge oder zumindest Varianten? Kommunizieren sie diese klar? Werden sie mit Konsequenz in die Um- und Durchsetzung gehen? Wurden die richtigen Parameter benannt, an denen man den Fortschritt oder Probleme erkennt? Klappt das Monitoring und das Nachsteuern? Ich gehe davon aus, das genau dieses Hinterfragen die Eigenschaft von Führungspersönlichkeiten ist durch die sie sich auszeichnen. Wer aber von außen schaut und annimmt, Gründer*innen und Eigentümer*innen wurde die Bereitschaft dazu schon mit in die Wiege gelegt oder Führungskräfte hätten es spätestens im Studium erlernt, träumt auch von Einhörnern. Die Fähigkeit zur Entscheidung gelangen zu können muß in den meisten Fällen ausgebildet, geschult und trainiert werden. Doch wie geht das? Warum gibt es keine entsprechenden Weiterbildungen an jeder VHS (Volkshochschule), wenn doch gesellschaftliche wie wirtschaftliche Tragweite und Wichtigkeit bereits erkannt wurden? Leider Fehlanzeige.

Entscheidungen alleine oder im Team?

Entscheiden ist heute noch eher eine hohe Kunst als je zuvor. Die meisten müssen sich diese Fähigkeit erst mühsam aneignen und werden häufig alle die Fehler begehen, die auf dem Weg nur möglich sind. Der erste wäre es, sich vorzumachen, dass es aus dem Stegreif oder dem Bauch heraus klappen wird oder man mit ‚darüber schlafen‘ schon die richtige Entscheidung treffen kann. Beides könnte ihnen sehr schnell sprichwörtlich auf die Füße fallen. Fehlentscheidungen sind nicht nur teuer sondern kosten auf jeden Fall auch wertvolle Zeit.

In der Zeit in dem man ihr folgt wird nicht nur dem falschen Ziel gefolgt und es ggf. auch noch umgesetzt, sondern es kostet dazu wertvolle Ressourcen. Es wird auch in gravierenden Fällen die Reputation der für die Entscheidung zuständigen Personen schmälern oder ganz kosten oder sogar deren Kariere gefährden. Dazu führt es im Unternehmen ggf. zum Verlust von Marktsegmenten, Mitarbeiter:innen oder führt im schlimmsten Fall zum Sturz des ganzen Unternehmens. In Organisationen kann es den gesellschaftlichen und politischen Einfluss oder die Reichweite zu den Mitgliedern einschränken bzw. das Ansehen schmälern. Fehlentscheidungen können in Extremfällen aber auch Menschen gefährden oder töten. Was also tun? Das Einfachste wäre es. einfach die richtige Entscheidung treffen! Es wird ja schließlich von Ihnen und von allen erwartet, die eine entsprechende Rolle in der Organisation oder dem Unternehmen innehaben oder einnehmen wollen.

Wie wird das möglich, dass die Entscheidung die richtige ist? Kann es für das Gelingen gar Garantien geben oder kann man sich gegen Fehlentscheidungen versichern? Genau, das habe ich erwartet: Sie schütteln mit dem Kopf! Entscheidungen beinhalten immer die Chance des Fehlens. Was die Chance guter Entscheidungen jedoch sehr verbessert, sind das Vorhandensein von langfristigen und klar formulierten Zielen. Darauf bauen strategisches Denken und Planen auf und operative Entscheidungen werden sich daran ausrichten. Auch gehören die Risikoabwägung, das Erwägen von alternativen Lösungsansätzen mit zum Anbahnen und Vorbereiten der Entscheidungsfindung. Entscheidungen müssen nachvollziehbar sein, so dass es ein bewusstes und begründetes Entscheiden oder letztendlich das Treffen einer Auswahl ist. Im Anschluss heißt es dann, Verantwortung für das Ergebnis zu übernehmen und auf dem Weg zum Erfolg ggf. notwenige Richtungskorrekturen zuzulassen und auch bewusst vorzunehmen.

Notwendige Stationen der Entscheidungsfindung sind

  1. Konstruktives Umfeld erschaffen
  2. Situation detailgenau beschreiben
  3. Alternativen erarbeiten – von ‚besser‘ bis ‚disruptiv‘
  4. Betrachtung der Chancen und Risiken
  5. Kriterien der Entscheidungsfindung festlegen
  6. Diskutieren, Bewerten, beste Lösung präferieren
  7. Ergebnis prüfen und bewerten, ggf. Schritte 3. … 7. wiederholen

Was bedarf es, damit Sie für eine Entscheidung bereit sind?

Schon geht die Arbeit los. Treffen Sie nun die Entscheidung ‚weiterlesen‘ oder ‚verzichten‘? Ca. 720 Worte haben sie bereits erfasst. Hier steht die Aussicht an Informationsgewinn und Verbessern der Risikobetrachtung auf der einen und die aufzuwendende Zeit auf der anderen Seite. Bestenfalls erwerben Sie neue Entscheidungshilfen und lernen Unterstützungsangebote kennen schlimmstenfalls kommen sie einen Kaffee später vom Bildschirm weg. Wie entscheiden Sie?

Wer nicht Betroffen ist kann sich zurücklehnen, sollen mal die anderen, ‚Ich kann immer noch sagen, dass ich es ja besser gewusst hätte‘. Entscheiden ist einfach, wenn man es nicht selbst tun soll. Nur ‚Ja‘ oder ‚Nein‘ sagen und fertig. Doch viele Entscheidungsfindungen fallen weniger leicht aus. Besonders dann, wenn es richtungsweisende, nachhaltig wirkende oder mit hohem Risiko in Verbindung stehende Fragestellungen und Festlegungen sind, die getroffen und umgesetzt werden sollen. Als Moderator und Coach werde ich immer wieder Begleiter genau dieser Prozesse. So zum Beispiel auch als ehrenamtlicher Mit-Organisator und Teilnehmer der Fachkonferenz Teilgebiete I – eine ganz besondere Aufgabe. Die letztendlich zur Entscheidung stehende Frage lautet, wo ist der Platz für ein Endlager für den hochradioaktiven Müll, der 1 Mill. Jahre sicher verschlossen sein muss.

Wer sich solche Entscheidungen alleine anmaßen würde und nicht auf den gesellschaftlichen Konsens baut, müsste sich einen Hang zum Größenwahn nachsagen lassen. Daher ist es gut, dass es hierbei viele Experten und ausreichend Zeit und Diskussion gibt. Selbst neue Formen der gesellschaftlichen Partizipation werden dabei gewagt und ganz andere Diskussionen entstehen als notwendiges Zwischen- und Randprodukt. Doch nur selten sind Entscheidungen so umfangreich, umfassend und teuer, wie hier. Bei der Fachkonferenz ging es allerdings nur um einen ersten Schritt in diese Richtung. Der Zwischenbericht musste wissenschaftlich erörtert werden. Dazu waren eine Klärung von Rollen, Beteiligung, Stimmrecht und der Weg wie eine solche Veranstaltung ein partizipatives, wissenschaftsbasiertes, transparentes, selbsthinterfragendes und lernendes Verfahren sein könnte. Da sich je Konferenz bis zu 1200 Personen online einbringen konnten, muss es wohl letztendlich funktioniert haben. Die Nachbetrachtung und was das für weitere gesellschaftlich relevanten Entscheidungen bedeutet, wird die Zukunft klären.

Entscheidungskriterien wie Investigation verstehen

Capex ist eine Abkürzung für „Capital Expenditures“, was auf Deutsch „Investitionen in Sachanlagen“ oder „Investitionsausgaben“ bedeutet. Capex bezieht sich auf die finanziellen Ausgaben eines Unternehmens für den Erwerb, die Verbesserung oder die Erweiterung von langfristigen Vermögenswerten wie Gebäuden, Maschinen, Ausrüstung und technologischen Anlagen.

Capex umfasst in der Regel Ausgaben für den Kauf neuer Vermögenswerte, die Modernisierung oder den Austausch von bestehenden Vermögenswerten sowie die Entwicklung neuer Produktionsanlagen oder Technologien. Es handelt sich um Ausgaben, die dazu dienen, das Unternehmen zu stärken, seine Kapazitäten zu erweitern, Effizienzsteigerungen zu erzielen oder Wachstumschancen zu nutzen.

Capex ist ein wichtiger Indikator für die Investitionstätigkeit und die finanzielle Gesundheit eines Unternehmens. Es wird oft analysiert und mit anderen Kennzahlen verglichen, um die Rentabilität und Effizienz von Investitionen zu bewerten und Rückschlüsse auf zukünftiges Wachstumspotenzial zu ziehen.

Richtungsweisend Entscheiden

Doch im Unternehmensumfeld sind auch immer wichtige und richtungsweisende Entscheidungen zu treffen. Bauprojekte, Regionalentwicklung, Strukturwandel, Organisationsentwicklung, digitaler Wandel aber auch Outsourcing, M&A Projekte, Änderungen von Produktgruppen oder Leistungen sind z.B. solche. Diese werden meist ebenfalls nicht alleine getroffen oder zumindest wenn doch, einen sehr hohen Kommunikationsaufwand mit sich bringen. 

Eine andere Frage ist, was passiert, wenn die Entscheidung nicht getroffen werden oder über alle Maßen heraus gezögert werden? Welche Gefahren bringen ein Aussitzen oder Verschleppen von Entscheidungen mit sich? Lassen Sie mich mit einigen allgemeinen Betrachtungen dazu beginnen. Zunächst stellt sich die Frage: Warum muss überhaupt entscheiden werden? Wie könnten Sie sonst (idealer Weise) zu Ihren Entscheidungen kommen – auf den richtigen Weg gelangen? Was benötigen Sie als entscheidende Person / Personen um die Leistung zu erbringen? Wie kann dazu eine zielführende Unterstützung aussehen? Von em können Sie diese einfordern oder wen werden Sie damit beauftragen? Müssen Sie die Entscheidung fällen oder jemand anderes und bereiten Sie diese dann vor oder fordern Sie diese ein? Treffen vielleicht in vielen Fällen die falschen Personen die Richtungsänderungen und werden Sie sogar übergangen? 

„Ich entscheide also bin ich!“ 

Als Geschäftsführerin / Geschäftsführer bzw. Eigentümerin / Eigentümer obliegt es ihnen natürlich auch alle Entscheidungen selbst zu treffen. Nun könnte aber ein Führungsstil, welcher die Verantwortung auf viele Schultern zu verteilen vorsieht, auch eine Skalierung / Eskalation von Entscheidungen mit sich bringen! Dazu bedarf es allerdings nachvollziehbarer Grundlagen. Zum einen kann die Frage ‚Personalverantwortung ja / nein‘ als Indikator dienen, zum anderen das ‚Fach- oder Verantwortungsgebiet‘ – also die Fachkompetenz – Fokussierungen oder Einschränkungen mit sich bringen. Ein dritter Faktor wäre die Höhe des zu entscheidenden monetären Betrags, die sich durch die Rolle in der Organisation und einem notwendigen Vertrauen beschreiben lässt. Kennen Sie noch weitere Faktoren, die frei von Willkür sind? Dann freue ich mich auf Ihre Kommentare.

Wie werden Entscheidung auch immer zu den „Richtigen“?

Das Wort Alternativlos geisterte einige Jahre durch die parteipolitische Entscheidungslandschaft. Meist mit schwerwiegenden Folgen. Wirtschaft, Gesellschaft und Staat profitieren davon oder leiden darunter, dass zur entsprechenden Zeit die notwendigen Entscheidungen getroffen werden. Dies können nie alternativlos sein, aber dennoch ohne Betrachtung von Alternativen erzwungen werden. Häufig sind es Einzelpersonen, die diese Entscheidungen treffen müssen. Selbst wenn sie auf einen breiten Konsens von Stakeholdern (Beteiligten oder involvierten Personen) zurückgreifen können bzw. mit Beteiligung / Billigung vieler anderer Personen die die Entscheidungen vorbereiten. Es bleibt unpopulär und macht hinterlässt keine guten Gefühle. Es klingt ganz anders, wenn man guten Gewissens behaupten kann: Es wurde ‚nach Abwägung aller Alternativen‘ entschieden.

Hab ich gerade das Wort Gefühle erwähnt? Dann soll es da auch weitergehen. Der andere Weg den allen kennen und häufig zum Verdrehen der Augen führt lautet: Ich habe aus dem Bauch heraus entscheiden. Für mich heißt das immer, dass ein Mensch nicht ernst genommen werden möchte. Warum also nur, weil man besonders interessant, als übersinnlich gelten oder schlicht weg keine Verantwortung übernehmen will? 

Natürlich nimmt die Schwierigkeit eine Entscheidung zu, wenn die emotionale Lage und / oder die Anzahl und das Gewicht der Fakten zunehmen oder immer mehr zu werden scheinen. Auch der Faktor Zeit kann einen sehr hohen Druck aufbauen. Ja, damit wird alles schwerer. Vielleicht wird es sogar nicht mehr überschaubar. Inhaber und Führungskräfte in Unternehmen und Verbänden aber auch in der Politik kennen diese Herausforderungen. Gerne spricht man dann vom Vorhandensein komplexer oder chaotischer Grundlagen. Häufig hängen aber gerade dann materielle und oder ideelle Werte an den Entscheidungen, die zu treffen sind. Nicht selten bestimmen sie über persönliche Schicksale oder sogar die Zukunftsfähigkeit / das Überleben von Organisationen. 

Doch es gibt unterstützende Methoden und Verfahren, sich auf Entscheidungen vorzubereiten und diese nachhaltig zu treffen. Und damit ist weder der Münzwurf mit der Frage ‚Kopf oder Zahl?‘ gemeint und nicht das Ziehen von Streichhölzern, wobei natürlich der ohne Kopf verliert. Aber wie geht es dann – besonders wenn die Komplexität der zur Entscheidung stehenden Sachverhalte hoch ist?

Die Komplexitätsforscherin Gitta Peyn führt dazu in ihrem Aufsatz „Die GRR-Methode“ aus: „Wir entscheiden immer über Unbestimmtheit, alles andere ist bereits entschieden. Und dazu wenden wir alle täglich – mal unbewusst, mal bewusster – drei (wissenschaftliche) Kriterien an, um sicherzustellen, dass uns das, was wir entscheiden, nicht unnötig in Schwierigkeiten bringt, beziehungsweise dass es im besten Fall dafür sorgt, dass wir uns neue Vorteile sichern. Und diese Kriterien heißen: Generalisierbarkeit … / Reproduzierbarkeit … / Respezifizierbarkeit …“

(CARL AUER VERLAG, 31. August 2021 https://www.carl-auer.de/magazin/systemzeit/the-grr-method-die-grr-methode) Gitta Peyn

Mein Unterstützungsangebot

Sie wollen das vertiefen? Zwei Möglichkeiten die ich ihnen anbiete sind Coaching und Moderation, die für Entscheider:innen unterstützend wirken können. Beide externe Wege nähern sich dem Thema auf sehr unterschiedlicher Weise. Ich stelle Ihnen den möglichen Ansatz beider Disziplinen vor. Es sind: 

  1. Gezielter Kompetenzaufbau durch Coaching.
  2. Aktives Mitwirken / Herbeiführen durch externe Moderation.

Die Frage, die für mich immer am Anfang der Zusammenarbeit steht, lautet: ‚Wie kann ich Sie bei der Entscheidungsfindung optimal unterstützen?‘ Dabei geht es nicht zu letzt um den Startpunkt und den Zeitdruck, den Sie und Ihre Arbeit unterliegen. Das nächste was besprochen werden muss, wie weit sind Sie bereits be oder Arbeit? Sind zunächst Ziele festzulegen, sind Alternativen zu erarbeiten oder sind Diskussionen zu leiten, die zu einem von allen getragenen Meinungsbild führen? Dass die Beschlüsse und deren Umsetzung festgehalten wird und anschließend in Einzelaufgaben zerlegt werden muss, versteht sich an dieser Stelle ja schon von selbst und ich biete es Ihnen mit an.

Der nächste Schritt kann dann sein, dass ich beim Kommunizieren und Diskutieren der Informationen eingebunden bin zw. dieses gänzlich in Ihrem Sinne übernehme. Auch können die Rückfragen kanalisiert werden oder eine Erörterung eingeleitet werden. Am Ende steht immer, jeder Schritt muss dem Erreichen des Ziel bestmöglich dienen und damit einer Gestaltung der unternehmerischen oder gesellschaftlichen Zukunft. 

Ralf Hasford