Innovation in Handwerk & Mittelstand

Seien Sie innovativ und einzigartig!

  • Innovationen – bahnbrechende Neuerungen – werden verlangt, doch nur selten gelingen sie.
  • Schlecht gesteuerte Innovationsprozesse sind oft entmutigend oder gar verängstigen.
  • Wie wär es stattdessen mit dem Entwickeln neuer wertschöpfender Elemente zu beginnen, die den Kundennutzen steigern und die Kundenbedürfnisse besser erfüllen?
  • Eine kluge Auswahl neuer Elemente belebt bestehende Produkte und Leistungen, macht sie attraktiver und erhöht die Kundenbindung.
  • Bei gleichzeitigem geringeren Risiko und niedrigeren Kosten, als bei der Jagd nach dem „bahnbrechenden“ Innovationen. Und wer weiss, wie schnell so, der innovativen Durchbruch gelingt. In meinen Coaching und Workshop erlebe ich das häufig!

Innovation fördern

Innovation in Produkt und Dienstleistung: Es ist wahr, jeder Unternehmer, jede Unternehmerin braucht ein Produkt bzw. eine Leistung, die man nur ganz alleine anbietet, oder? Das richtige Wort dafür heißt: Alleinstellungsmerkmal. Im Marketing nennt man es dann USP (Unique Selling Proposition). Darüber definieren man sich im Markt. Macht damit Umsatz, Gewinn und grenzt sich vom Wettbewerb ab. Alleinstellungsmerkmal verbessert die Sichtbarkeit und macht einen unverwechselbar.Das „muss“ jedes Unternehmen und jede Marke schaffen! Doch wie wird es erreicht?

Das Zauberwort heißt Innovation.

Wie erkennt man Innovation? Wie wird man selbst innovativ? Die Antwort ist schnell gegeben: „Befriedigen Sie die Kundenbedürfnisse wesentlich besser und einfacher. Nutzen sie moderne digitale Technologien und das Internet.“

Doch das sagt noch viel zu wenig aus. Daher betrachte ich zunächst, wie Kun­den den Wert ei­nes Pro­dukts oder ei­ner Dienst­leis­tung beurteilen. Im Grunde sind es zwei Komponenten die ausschlaggebend sind: „Nutzen“ und „Preis“.

Der er­war­te­te Nut­zen wird dem zu entrichtenden Preis gegenübergestellt. Betrachtet man die beiden Punkte tiefer, so stellt man fest, beides sind sehr komplexe Gefüge. Beide haben einen Zusammenhang, den man zur genüge kennt. Trotzdem kommt man nicht drum herum, beide Begriffe unter die Lupe zu nehmen. Hinter dem Wort Nutzen verbergen sich viel mehr Dinge als ein praktisches „macht genau das wofür ich es haben wollte“. Es ist eine ganze Heerschar von Einsatzabwägungen und Emotionen die den Begriff begleiten. Denn das „Benutzen“ geht in unterschiedliche Richtungen. Sie werden gleich verstehen, was ich damit meine. Ich will es an einem einfachen Beispiel illustrieren:

Kaffeetrinken in der Frühstückspause.

Man kann in der Pause einen Kaffee sehr gut aus einem Pappbecher trinken. Praktisch, schnell, mobil, verwertbarer Müll und kein Abwasch.

Man könnte auch einen Keramik- oder Steingut-Pott dafür einsetzen und hat dann keinen Müll mehr. Doch ist man damit ortsgebunden. Man bekommt sofort ein anderes Gefühl für den gleichen Kaffee.

Wenn man sich jetzt vorstellt, das die heiße belebende Flüssigkeit in einer dünnwandigen Porzellantasse mit Goldrand und einem extra Schälchen für Zucker und ein Kännchen für die Sahne gereicht wird, dann entsteht auch sofort ein anderes Bild im Kopf. Es handelt sich um eine komplette an der Art des Nutzens.

Doch ich will noch einen Schritt weiter gehen und den gleichen Kaffee in einem innovativen leichten superfesten doppelwandigem Glas anbieten, schlichte Form, kein Verbrennen der Finger und trotzdem ein langer temperaturstabiler Genuss. Stylisch und modern.

Bei allen skizzierten Szenarien handelt es sich um das gleiche Getränk, das einen ca. fünf Minuten seiner Pause begleitet, etwas Wärme und Geschmack bringt und bis zur Mittagspause für Munterkeit sorgen soll.

Konnte man mir bis hier folgen? Ich habe eine Bandbreite des Kaffeetrinkens aufgezeigt, die so in jeder Kantine, Pausenraum, Teeküche oder sogar draussen am Imbiss nachvollzogen werden kann – das Produkt ist und bleibt ein „Pausenkaffee“. Die Funktion ist immer die gleiche, der Nutzen jedoch variiert sehr stark. Denn jedesmal definiert sich der Nutzen auch über das Umfeld, das eigene Gefühl und Bewusstsein.

Nutzen = Grundfunktion und Co.

Was bestimmt die Nutzung? Unstrittig ist es der primäre Einsatz, den ich mit der Weck- und Geschmacksfunktion schon beschrieben habe. Dazu kommen gesellschaftliche Funktionen, wie Geselligkeit, Umfeld, Informationsaustausch vs. Ruhebedürfnis, die den Gang in die Pause begleiten. Des weiteren kommt aber auch noch eine Gewissensebene mit ökonomischen, ökologischen und sozialen Fragen hinzu: Kann ich mir den Kaffee leisten? … Geld und Gesundheit, wie viel Müll erzeugt es, wer kümmert sich um Zubereitung und Abwasch, usw..

Man könnte jetzt meinen, „Hallo – hier gehts NUR um einen Pausenkaffe!“ Doch betrachtet man, wieviele Systeme von Anbietern wetteifern, um genau diesen einen Kaffee an den Kunden zu bringen, sieht es anders aus. Der Kampf um Alleinstellung, Aufmerksamkeit, Gewinne und Marktsegmente ist gnadenlos im Gange. Und das ist alles andere als kalter Kaffee. Innovationen gibt es hier viele. Sie findet man in der Art des Blühvorgangs, der Kaffeezuteilung (Bohne, Pulver, Kapsel, …) der zu erstellenden Menge und der Art und Geschwindigkeit der Ausgabe. Und wetten, selbst wenn man nur gelegentliche*r Kaffeetrinker*in ist, bevorzugen man eine ganz bestimmte Variante.

Über den Kaffee hin zur Innovation

Das zweite Argument ist der Preis. Jeder wird zustimmen, eine Er­hö­hung des Preises führt zu direktem höheren Gewinn. Vielleicht aber auch zu Akzeptanz-Problemen? Ein Preis setzt sich aus einer relativ geringen Anzahl von Faktoren zusammen. Um den Preis zu bilden und zu prüfen, gibt es gute Instrumente sowie einige Marketinginstrumente um ihn zu beeinflussen. Das ist Ihre tägliche Arbeit. Doch worauf achtet der Kunde­? Manchmal lässt es sich ahnen, ausserdem kann man Umfragen und Tests unternehmen um auf Antworten zu kommen, bzw. man beobachtet seine Zielgruppe und bekommt wertvolle Einblicke in deren Bedürfnisse und Gewohnheiten. Es ist psychologisch komplex. Un immer sind es Innovationen die Aufmerksamkeit bringen und eine Preisveränderung rechtfertigen.

Wie müssen sich Produkt und Dienstleistung verändern?

Produkte und Dienstleistungen müssen Bedürfnisse erfüllen. Zusätzlich müssen sie Eigenschaften aufweisen, die weit über dem puren Einsatzzweck liegen. Dazu nehme ich ein weiteres Beispiel zur Hand: Gehts beim Schraubendreher nur um die Art des zu drehenden Schraubenkopfs und den besten Kontakt zwischen Schraube und Klinge des Schraubendrehers? Bei weitem nicht, es geht auch um die Festigkeit des Metalls, die Ergonomie, Länge und Farbigkeit des Griffs, das übertragbare Drehmoment, die Schutzwirkung (funkenfrei, isoliert, u.w.), die Einsatztemperatur … sogar das Aufbewahrungs- und Transportbehältnis sowie ein Siegel, das für Vertrauen wirbt und eine sorgenfreien Handhabung bescheinigt. Käme noch ein unumschiffbarer Markenname dazu, dann wäre der Schraubendreher nicht nur Handwerkszeug sondern gleichzeitig die Visitenkarte des Handwerkers / Monteurs / Ingenieurs.

Hier liegt die Chance zum Verbessern und sogar zur Innovation. Kleinen-, Mittelstands- und Handwerks-Unternehmen biete ich dazu Workshops an, in denen genau diese Fragestellung behandelt wird und Produkte und Dienstleistungen innovativ weiterentwickelt werden. Wie ich dabei beginne, will ich hier aufzeigen.

Eigenschaften und Parameter

Zuerst stelle ich die Frage, „Welche Gedanken muß man verfolgen, um neben den technischen Parametern auch die weiteren Eigenschaften der Produkte / Dienstleistungen zu erhalten?“ Dazu habe ich im Folgenden die Aspekte schon einmal zusammengestellt, die die Wirkung auf den Anwender von Produkten und Leistungen beschreiben. Hierbei bemühte ich mich, eine umfassende und allgemein gültige Liste abzubilden. Sie umfasst die Bedürfnisse eines Endkunden oder Klienten genauso, wie die Bedürfnisse des Ingenieurs in Mittelstand und Industrie sowie die Bedürfnisse des Einkäufers beim OEM der Komponenten bewerten, zusammenstellen und einkaufen muß.

Wie gehe ich mit der Liste um? In dieser Situation arbeite ich in meinen Workshops gerne mit übersichtlichen Tabellen auf Metaplanwand oder mit mehreren Plipchart: Links steht die Kernaussage. Rechts werden die Aussagen zu einem klar benannten Produkt bzw. einer Dienstleistung eingetragen. Jede Zeile wird nun von links nach rechts vorgelesen, geprüft und eine Antwort eingetragen. Die rechten Spalten nenne ich: „Vorhanden“ / „Notwendig“ / „zu verstärken“ / „zu bewerben“ / „Name Parameter oder Feature“ / „Bemerkungen“. Nach dem Ausfüllen werden die Spalten mit ( + ) und ( – ) Punkten bewertet, um die Haupteigenschaften für die Weiterentwicklung hervorzuheben. Menschliche, analoge sowie digitale Parameter und Eigenschaften können so erfasst, abgebildet und einbezogen werden. Die Liste ist nur ein Vorschlag, meine Workshop-Teilnehmer*innen können die Liste um eigene wichtige Aussagen ergänzen. Danach startet die Ausarbeitung mit den ausgewählten wichtigsten Punkten.

Hier ist die Liste der zu erfüllenden Kundenbedürfnisse:

  • lass mich Zusammenhänge erkennen
  • stärke meine Unabhängigkeit
  • vernetze mich in einem System
  • schaffe bleibende Werte
  • mach mich attraktiv
  • mach mich stark
  • gib mir Unabhängigkeit
  • nimm mir die Sorgen
  • belohne meine Fortschritte
  • gib mir Sicherheit
  • mache mich innovativ
  • verbessere mein Ansehen
  • konzentriere meine Gedanken
  • gestalte mein Handeln effektiver
  • unterhalte mich
  • vereinfache die Anforderungen
  • gib mir mehr Optionen
  • kontaktiere die Umgebung
  • erkenne Abweichungen und informiere
  • unterhalte mich
  • gib mir Kraft
  • übernimm Verantwortung
  • senke meine Kosten
  • mache mich reich
  • gib mir Schönheit
  • lass mein gutes Gewissen wachsen
  • schütze / verbessere die Umwelt
  • mache mich beliebt bei anderen
  • rette die Welt
  • mach mich unangreifbar
  • steigere meine Bekanntheit

Innovation in digitalen Zeiten

Viele Unternehmen warten immer noch mit dem Start der digitalen Transformation. Sie vermuten zu viele Barrieren beim Einsatz neuer digitaler Technologien. Als Hürden nennen man:

  • Hohe Komplexität und Geschwindigkeit
  • Hoher Investitionsbedarf
  • Sicherheitsrisiken und Datenschutzprobleme
  • Unsichere Erfolgsaussichten

Digitalisierung und Innovation gehen vom Chef aus

Gerade die Unternehmensleitung ist bei der Digitalisierung zu behäbig. Trotzdem hat man dort die persönlichen Herausforderungen der Digitalisierung im Blick. Das Management muss zukünftig im weitaus höheren Masse über folgende Kompetenzen verfügen:

  • digitale Trends erfassen
  • digitale Technologien kennen und verstehen
  • wichtige Fähigkeiten, Innovationen, Informationen erkennen
  • höhere Flexibilität bei der Entscheidungsfindung
  • mehr Offenheit für externe Kooperation und Partnerschaft
  • Infrage stellen bewährter Erfolgsmodelle
  • verbindliche moderative Führung
  • offene und wertschätzende Kommunikation
  • Blick für Entwicklungen aus anderen Branchen
  • Interesse an der Lebenswelt junger Menschen

Viele Wettbewerbsvorteile können erst durch die Digitalisierung erzielt werden. Wenn  Führungskräfte mehr Kenntnisse über digitale Technologien erwerben, ist die primäre Voraussetzung erfüllt. Ab dem Moment finden sich auch interessierte Mitarbeiter sowie die externen Fachkräfte und Experten, die an der Unternehmens-Innovation mitarbeiten. Dann werden die Konsequenz des Wandels als Erfolgsfaktor und die Digitalisierung als Sicherung des zukünftigen Gewinns begriffen und erfolgreich umgesetzt.

Bestehen in einer digitalen Welt.

In welcher Weise das in kleinen und mittleren Unternehmen gelingen kann, beschreibe ich zum Beispiel in meinem Buch „Bestehen in einer digitalen Welt.“ Die Leser*innen erfahren, wie man mit sanften Veränderungen startet. Begleitendes Coaching, Strategie- und Innovationsworkshop biete ich auf Anfrage. Ich schlage meinen Kunden und Kundinnen vor, dass man dort startet, wo man zur Zeit steht. Sprechen wir über Ihren derzeitigen Bedarf.

Ralf Hasford
Berlin im Oktober 2016

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