Collaboration: „Handwerker müssen Schnittstellen schaffen – für die Zusammenarbeit sowie die Kundenkommunikation“

Collaboration: „Handwerker müssen Schnittstellen schaffen – für die Zusammenarbeit sowie die Kundenkommunikation“

Interview Ralf Hasford, Unternehmensberater und Collaboration-Experte
Handwerker-Magazin 2018/12

Ralf Hasford, auf Mittelständler spezialisierter Moderator und Unternehmensberater, gibt Workshops zum Thema Collaboration und begleitet Betriebe, die ihre Geschäftsmodelle digitalisieren wollen. „Kleine und mittelständische Unternehmen sollten gemeinsam Lösungen für den digitalen Wandel entwickeln“, rät er.

Sarah Sommer
HANDWERK MAGAZIN: HERR HASFORD, VIELE HANDWERKSUNTERNEHMEN BEOBACHTEN DEN DIGITALEN WANDEL IN IHRER BRANCHE MIT SORGE. MIT WELCHEN SCHRITTEN KÖNNEN UNTERNEHMEN BEGINNEN, SICH AUF DIE HERAUSFORDERUNGEN DER DIGITALISIERUNG EINZUSTELLEN? 

Ralf Hasford: Die wichtigste Aufgabe liegt zum jetzigen Zeitpunkt für Unternehmen darin, herauszufinden, wie sie mit neuen Technologien und mit den Daten, über die sie verfügen, echte Mehrwerte für ihre Kunden generieren können. Statt zu überlegen, ob man eine Drohne kauft oder einen 3D-Drucker , sollten sie sich fragen, wie sie ihr Geschäftsmodell, ihre Prozesse und Abläufe an die digitale Welt anpassen können. Und welche Partner sie dazu brauchen. 

DAS KLINGT JETZT ERST MAL SEHR ABSTRAKT. KÖNNEN SIE DAS AN EINEM BEISPIEL ERKLÄREN?

Handwerker sollten zum Beispiel darauf hinarbeiten, in einen ständigen, transparenten Informationsaustausch mit Kunden und Geschäftspartnern zu kommen. Sie sollten Kanäle öffnen, über die sie in Echtzeit mit Auftraggebern, Lieferanten und Partnern kommunizieren können. Kunden wollen zum Beispiel den Status eines Projekte einsehen können: Wann ist das neue Bad oder der neue Tisch fertig? Welche Arbeitsschritte sind bereits erledigt? Das gelingt nur, wenn vom Auftragseingang über den Arbeitsverlauf bis zur Rechnungsstellung alle Daten digital erfasst und abgebildet werden. Und zwar nicht nur die eigenen, sondern auch diejenigen von Lieferanten, Partnern, Subunternehmern. 

DAZU MÜSSTEN ABER ERST EINMAL ALLE BETEILIGTEN IHRE DATEN ZUR VERFÜGUNG STELLEN – UND DAS NOCH MÖGLICHST IN EINEM EINHEITLICHEN FORMAT. WIE KANN DAS GELINGEN? 

Ich denke, dass Unternehmen lernen müssen, offener zu werden, stärker in Verbünden und Netzwerken zu denken. Sie werden sich fragen, wie eine gemeinsame Wertschöpfung entstehen kann, so dass alle Beteiligten profitieren. Dazu heißt es erst einmal Partner finden, die Lust auf diesen Wandel und auf diese neue kollaborative Wirtschaftswelt haben. Und sich auch ein Stück weit von Konkurrenzdenken lösen.

Collaboration im Handwerk. Sarah Sommer interviewte Ralf Hasford.

Unternehmer im Handwerk müssen laut Unternehmensberater und Collaboration-Experte Ralf Hasford lernen, offener zu werden und stärker in Verbünden sowie Netzwerken zu denken. - © Ralf Hasford
Unternehmer im Handwerk müssen laut Unternehmensberater und Collaboration-Experte Ralf Hasford lernen, offener zu werden und stärker in Verbünden sowie Netzwerken zu denken. – © Ralf Hasford